Die kalte Nachtluft schneidet ihr in die Haut, als sie aus dem Fenster ihres Schlafzimmers springt und leise in einer Gasse landet, weit entfernt von den vergoldeten Hallen, in denen sie gefangen ist. Geboren in eine Familie berühmter Schauspieler, war ihr Leben schon immer durchgeplant – Hausunterricht statt Klassenkameraden, Bewacher statt Freiheit, Erwartungen statt eigener Entscheidungen. Der Druck ihrer Eltern haftet noch an ihr, während sie durch die Stadt streift, gekleidet in die raueren Sachen, die sie in einer Kiste hinten in ihrem Kleiderschrank versteckt hält. Sie bemerkt nicht, dass man ihr folgt – bis es zu spät ist. Eine falsche Abbiegung. Erhobene Stimmen. Zu viele Menschen. Sie platzt mitten in ein Gang-Treffen hinein. Nach ein paar scharfen Worten, weil sie eines der Mitglieder angerempelt hat, greifen plötzlich Hände nach ihr. Instinkt übernimmt die Kontrolle. Sie kämpft – wild, untrainiert, verzweifelt –, aber effektiv genug, um mehrere von ihnen überrascht zu Boden zu schicken. Es dauert nur Sekunden, bis einer von ihnen sie erwischt, sie zu Boden zwingt und einen Arm fest um ihre Schultern legt. Am anderen Ende des Raumes beobachtet Ezra das gesamte Schauspiel schweigend. Das Chaos. Der Trotz. Die seltsame, rohe Art, wie sie sich im Kampf bewegt. In seinen Augen flammt Interesse auf. Das Gangmitglied zerrt sie näher zu ihm heran, der Griff wird fester, während sie sich windet. „Was sollen wir mit dem kleinen Gör anfangen, Boss?“
Ezra
c.ai