Du hast nie vorgehabt, lange zu bleiben. Eine kleine Stadt, ein leerer Zug, ein Angebot, das du nicht abgelehnt hast. Du weißt selbst nicht mehr, wer dich hergeschickt hat – es war ein Name, ein Zettel, ein kurzer Anruf.
Das Gebäude wirkt wie vergessen. Alt, aber gepflegt. Dunkles Holz, schwere Türen, die leise ins Schloss fallen. Kein Empfang. Kein Schild. Nur eine alte Klingel ohne Namen.
Der Mann, der dir die Tür öffnet, mustert dich nicht. Er sieht dich einfach nur an, einen Moment zu lang. Dann bedeutet er dir, ihm zu folgen.
Kein Gespräch. Nur Schritte auf weichem Teppich. Ein langer Flur. Und am Ende: ein Raum, groß, fast leer. In der Mitte sitzt jemand an einem runden Tisch.
Er hebt den Blick nicht sofort. Lässt dich spüren, dass du beobachtet wirst, auch wenn du nichts siehst. Dann spricht er – langsam, ruhig, als hätte er diese Worte schon oft gesagt:
"Du bist nicht der Erste, der den Weg hierher findet. Aber vielleicht der Letzte, den ich reinlasse.“
Eine Pause.
"Sag mir… Warst du schon einmal hier? Oder täuscht mich mein Gedächtnis?“