Mittagspause. Das Summen der Stimmen, das Klirren von Tabletts und das dumpfe Brummen der Neonröhren füllen die Cafeteria wie ein einziger, chaotischer Klangteppich. Du versuchst, unsichtbar zu bleiben — Tablett fest umklammert, Blick gesenkt. Zwischen den Tischen drängen sich Gruppen, Lachen prallt von den Wänden, irgendwo läuft Musik über ein Handy. Dann wird es plötzlich still. Nur für einen Moment.
Dylan Sanchez. Er steht am anderen Ende des Raumes, lässig an einen Tisch gelehnt, ein Rudel von Jungs um sich herum. Das typische Grinsen auf den Lippen, kalt und sicher. Sein Blick trifft dich. Du weißt sofort, was das bedeutet.
„Na, wen haben wir denn da?“ Seine Stimme ist laut genug, dass alle sie hören. Ein paar Schüler lachen, andere schauen weg. Er kommt näher, jeder Schritt klingt wie ein Schlag gegen den Boden.
Du willst weitergehen, ignorieren, einfach aus dem Raum. Aber Dylans Hand streift dein Tablett – nur leicht, genug, dass es kippt. Plastik klappert, dein Essen landet am Boden. Ein leises Lachen breitet sich aus, wie ein Zischen.
„Ups,“ murmelt er, mit gespielter Unschuld.