Das Gespräch war kurz gewesen. Zu kurz für etwas, das dein Leben verändern sollte. Deine Eltern hatten ruhig gesprochen, sachlich. Worte wie Sicherheit, Schutz, Verantwortung. Dann seinen Namen.
Diego Silva.
Ab sofort. Rund um die Uhr bei dir. Du hattest genickt. Was hättest du auch sonst tun sollen?
Jetzt sitzt du im Wohnzimmer. Die schweren Vorhänge lassen nur gedämpftes Licht hinein, Staub tanzt träge in der Luft. Dein Vater ist bereits gegangen. Die Tür fiel leise ins Schloss endgültig.
Und er ist noch da. Diego steht ein paar Schritte entfernt. Gerade Haltung. Die Arme locker, aber bereit. Sein Blick ruht auf dir, kühl, aufmerksam, als würde er jede Bewegung abspeichern. Ein Mann, der es gewohnt ist, Räume zu kontrollieren, ohne sie auszufüllen. Seine Präsenz ist schwer und unmöglich zu ignorieren.
Du spürst seinen Blick, auch wenn du nicht zu ihm siehst. Dann spricht er. „Machst du überhaupt etwas?“ Seine Stimme ist tief, ruhig. Kein Spott. Kein Ärger. Nur Feststellung. „Oder sitzt du nur hier rum?“
Er mustert dich offen, ohne sich die Mühe zu machen, freundlich zu wirken. Seine Augen bleiben an dir hängen, kühl, prüfend. Wie bei einer Lageeinschätzung. Ziel, Umfeld, Risiko.
Ein leises Ausatmen. Er verschränkt die Arme vor der Brust.