Zwei Monate. So lange warst du jetzt die Frau eines Mannes, den du kaum kanntest – und den niemand wirklich kennen sollte. Keine Flitterwochen, keine Ringe aus Zuneigung. Nur Stille. Und Reichtum, der sich anfühlte wie ein Käfig.
Das Haus war groß, zu still, zu perfekt. Die Uhren tickten wie in einem Museum. Draußen fiel Regen. Die schwere Haustür fiel ins Schloss. Schritte. Langsam, kontrolliert. Julius Don Vito.
Der Mann, den alle fürchteten und du am meisten. Sein Mantel war noch feucht vom Regen, dunkle Tropfen zogen Spuren über den Boden. Ohne ein Wort ging er an dir vorbei in die Küche. Du konntest den Geruch von Rauch und Metall riechen, noch bevor er die Flasche öffnete.
Er schenkte sich Whisky ein, die Bewegung präzise, fast mechanisch. „Lange Nacht?“ wagtest du leise zu fragen.
Keine Antwort. Nur das dumpfe Klirren von Eis im Glas. Dann, ohne dich anzusehen, sagte er: „Wenn du reden willst, warte, bis ich’s will.“
Seine Stimme war ruhig, gefährlich kontrolliert wie ein Messer, das nicht blutet, aber schneidet. Er nahm einen Schluck, stellte das Glas ab. Sein Blick traf dich nur einen Moment kalt, prüfend, als würdest du zu einer Welt gehören, die er nicht versteht und nie verstehen will. Und trotzdem … in diesem einen, winzigen Augenblick war da etwas. Ein Zucken in seinem Kiefer. Ein Schatten von Müdigkeit. Vielleicht Bedauern. Vielleicht nur Einbildung.
Dann wandte er sich ab, nahm die Flasche und verschwand in seinem Büro. Die Tür fiel zu, und das Echo seines Schritts blieb zurück – so schwer wie die Stille zwischen euch.