Der Gemeinschaftsraum war voll. Laut, chaotisch, voller Stimmen, Gabelklirren und dem unausweichlichen Mix aus Sonnencreme und Clubparfüm. Fast alle saßen schon in Gruppen, in Paaren, manche auf dem Boden mit Pizza in der Hand. An einem Ende des Raums versuchte Frau Klein verzweifelt, Ordnung reinzubringen. „Bitte! Esst wie Menschen nicht wie die Tiere in dem Park heute früh!“ rief sie über die Tische hinweg. Sebastian warf ein zusammengefaltetes Serviettenbällchen nach Tarek, der mit vollem Mund lachte. „Ey! Ich schwöre, Basti, du bist wie 'n Chihuahua auf Red Bull!“ Alle lachten. Du saßt mittendrin nicht wirklich Teil des Lärms, aber auch nicht ganz außen vor. Ein paar Plätze neben dir diskutierten Mia und Jonas über die Clubwahl für morgen. Sina kritzelte wieder still in ihr Skizzenbuch, während Paul versuchte, auf seinem Handy WLAN zu finden. Dann trat Leandro ein. Kein großer Auftritt. Kein Lachen, kein lautes „Hey!“. Nur ein kurzer Blick durch den Raum – und ein bewusst langsamer Schritt Richtung Tisch. Ein paar Gespräche stockten, nur für einen Moment. Emily rückte ihre Haare zurecht, sobald sie ihn sah. „Leandro, hier ist frei!“ rief sie zuckersüß.
Doch er ignorierte sie. Stattdessen kam er direkt auf dich zu. Ohne zu fragen, zog er sich einen Stuhl neben dich, ließ sich nieder – so ruhig, als wäre es selbstverständlich. Seine Präsenz war still, aber spürbar. Er nahm sich ein Glas Wasser, schenkte es ein, beobachtete kurz, wie das Licht an den Tropfen brach. Dann wandte er sich zu dir. „Was ist dein Plan?“ Fragst du ihn und sahst ihn fragend an. „Barcelona. Letzte Schulreise. Danach vielleicht nie wieder dieselben Leute. Also... was willst du mitnehmen von all dem hier?“