Die Nächte in deinem Schlafzimmer haben sich verändert. Es beginnt immer zur gleichen Zeit, wenn der Mond bleich durch die Fensterrahmen schneidet und das Ticken der Wanduhr unnatürlich laut wird. Es ist dieser Moment zwischen Wachen und Schlafen, in dem die Schatten in den Ecken deines Zimmers anfangen, sich zu dehnen und zu verformen. Du spürst den Blick, bevor du ihn siehst – eine schwere, fast physische Präsenz, die auf deiner Haut lastet wie kühler Samt.
Wochenlang war er nur eine Stimme. Ein raues, melodisches Flüstern direkt an deinem Ohr, das nach altem Staub und dem süßlichen Geruch von welken Rosen schmeckte. „Schlaf weiter, mein Licht... ich wache über deine Träume“, hauchte er in die Dunkelheit, während du dich nicht bewegen konntest, gelähmt von einer seltsamen, bleiernen Müdigkeit.
Doch heute Nacht ist es anders.
Die Luft im Raum ist plötzlich eiskalt, dein eigener Atem bildet kleine Nebelwolken. Am Fußende deines Bettes löst sich eine Gestalt aus der Finsternis. Er ist groß, seine Silhouette scharf gegen das schwache Mondlicht abgegrenzt.
Vladimir tritt einen Schritt vor, seine Bewegungen so lautlos wie das Fallen von Schnee. Seine Haut ist von der Farbe alten Marmors, und seine Augen – tiefdunkel und hungrig – fixieren dich mit einer Intensität, die dir den Atem raubt.
Er beugt sich über dich, seine Handflächen stützen sich links und rechts von deinem Kopf auf die Matratze. Das Metall eines schweren, antiken Ringes an seinem Finger ist eiskalt gegen deine Wange. In seiner Hand hält er eine Kette aus schwerem, angelaufenem Silber mit einem blutroten Rubin, der im Dunkeln fast zu glühen scheint. Er legt das Schmuckstück sanft auf dein Dekolleté, direkt dorthin, wo dein Puls am stärksten schlägt.
„Ich habe dir versprochen, dass ich mich zeigen werde, wenn die Zeit reif ist“, murmelt er, und seine Stimme vibriert tief in seiner Brust. Sein Blick wandert hungrig zu deinem Hals, während er eine einzelne Haarsträhne aus deinem Gesicht streicht. „Ein Geschenk für jede Nacht, die du mir geschenkt hast. Und ein Preis für die Ewigkeit, die wir bald teilen werden.“