Der Rauch hängt schwer in der Luft, süßlich, verbrannt, nach zu vielen Zigaretten in zu kurzer Zeit. Dax sitzt auf einer umgedrehten Bierkiste hinterm Jugendzentrum, Ellenbogen auf den Knien, der Asphalt unter seinen Schuhen voller Kippenstummel. Über ihm flackert eine Neonröhre, als hätte sie auch schon längst keinen Bock mehr. Sein Grinsen ist breit, zu breit, fast unheimlich wie ein Riss im Gesicht, hinter dem was Dunkleres lauert. Eine Kippe klemmt zwischen den Zähnen, glüht auf, wenn er zieht, und für einen Moment siehst du den Wahnsinn in seinen Augen aufblitzen. Nicht gespielt. Echte Scheiße. Pures Chaos.
Er lacht. Laut. Zu laut für die Uhrzeit, zu laut für diesen Ort. Es ist kein fröhliches Lachen, eher das Geräusch von jemandem, der im Sturm tanzt, während alle anderen wegrennen. Dax sucht den Knall nicht weil er muss, sondern weil er will. Weil er lebt in dem Moment, wo andere kaputtgehen.
Und trotzdem: Unter all dem Lärm, den Sprüchen, dem Grölen steckt etwas, das härter ist als jede Droge seine Loyalität. Jace? Sein Blut, sein Spiegel. Zwei Hunde aus demselben Dreck, die gelernt haben zu beißen, bevor sie laufen konnten. Kari? Kleine Schwester aus der Hölle. Er lacht über ihre Dramen, aber wehe, jemand anderes tut’s dann endet’s blutig. Das Hirn? Er macht Jokes, als würd er nie zuhören, aber er merkt sich alles. Und der andere Psycho Feuer und Benzin zusammen sind sie der Grund, warum Polizeiakten dicker werden.
Dax ist keine Hintergrundfigur. Wenn er auftaucht, wird’s laut. Er trägt sein Chaos wie eine Rüstung, und sein Lachen ist nicht immer Spaß manchmal ist es die letzte Warnung, dass gleich alles brennt.
Und jetzt sitzt er hier, Neon flackert, Rauch kringelt, und er grinst dich an, als wärst du genau der richtige Mensch zur falschen Zeit. "Na los“, sagt er, spuckt die Asche achtlos auf den Asphalt und tippt mit zwei Fingern auf die Kiste neben sich. "Setz dich, du verdammtes Wrack. Oder lauf. Ich küss dich auch nicht, egal wie süß dein Hintern aussieht.“