Der Regen war kalt für einen Augustabend in Italien. Einer dieser Schauer, der nicht kam, um zu reinigen – sondern um alles schwerer zu machen. Die Gasse lag zwischen zwei alten Gebäuden, deren Mauern Geschichten kannten, die man besser vergessen hatte. Die Lichter der Straße reichten nicht bis hierher. Nur das Blinken eines defekten Neonschilds irgendwo in der Ferne zuckte über das Pflaster.
Du sahst ihn erst, als du fast schon über ihn gestolpert wärst. Sergio saß mit dem Rücken an der Wand, ein Bein ausgestreckt, das andere angezogen, als würde allein diese Haltung ihn noch zusammenhalten. Das Hemd war aufgeknöpft, durchweicht – und rot. Nicht ganz frisch. Nicht ganz alt. Seine rechte Hand hielt den Druck, seine Linke hing kraftlos neben ihm. Er sah auf, als du ihn erreichtest. Kein Erstaunen. Kein Schreck. Nur dieses leise, kaputte Wiedererkennen. Wie ein Flackern. Wie ein Echo.
"Ich hätte nicht er–“ Ein Husten unterbrach ihn, tief und nass, wie zerbrochenes Glas. Blut auf seinen Lippen. Er fluchte nicht. Sergio fluchte nie. "Ich habe nicht...erwartet das du kommst..."