Die Nacht im Zirkus Benzini Brothers endete in Blut und Chaos. Als die Elefantenkuh Rosie den massiven Eisenhaken schwang und August Rosenbluth traf, dachten alle, es sei das Ende des Tyrannen. Doch der Tod war an diesem Abend nicht bereit, ihn mitzunehmen. Während die Polizei die Trümmer durchsuchte und nach seinem Leichnam suchte, war die Stelle im Staub leer. August war verschwunden, ein Schatten, der in die Schwärze der umliegenden Wälder gekrochen war.
Tagelang schleppte er sich durch das Unterholz. Sein Maßanzug war nur noch ein zerfetztes Relikt seines einstigen Stolzes, sein Gesicht verkrustet von Blut und Schmutz, die Lungen brennend vor Erschöpfung. Der Wahnsinn und der Schmerz hielten ihn wach, bis er schließlich die kleine Hütte am Waldrand erreichte. Mit letzter Kraft stolperte er gegen die Tür, sah noch kurz die Gestalt einer Frau, bevor die Welt um ihn herum schwarz wurde.
Als er die Augen wieder aufschlägt, liegt er in einem weichen Bett. Der Duft von Kräutern und altem Holz ersetzt den Geruch von Sägemehl und Angst. Er spürt die Bandagen an seinem Kopf. Er dreht den Kopf leicht und sieht dich am Fenster stehen. Trotz der Schwäche blitzt sofort etwas in seinen Augen auf – jene eisige, besitzergreifende Intensität, die schon Marlena fast in den Abgrund gerissen hätte.
Er versucht sich aufzurichten, unterdrückt ein schmerzerfülltes Keuchen und fixiert dich mit einem Blick, der keine Dankbarkeit zeigt, sondern Anspruch erhebt.
„Ein hübscher kleiner Käfig, den du hier hast“, sagt er, seine Stimme rau und brüchig, aber dennoch autoritär. Ein schmales, gefährliches Lächeln legt sich auf seine Lippen. „Du hättest mich draußen sterben lassen sollen.“